Was ist der Cooldown?

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Es ist keine Schikane von unserer Seite, wenn ihr in den sogenannten „Cooldown“ geratet und bis zum nächsten Auftragsstart warten müsst.
In diesem Artikel werden wir euch erklären, was der Cooldown ist, wie man diesen berechnet und was es mit der neuen Fähren-Regelung auf sich hat.

1: Was ist der Cooldown?

Der Cooldown ist eine Art Bremspedal für Leute mit zu schweren Füßen auf dem Gaspedal.
Er verhindert, dass Speditionen mit Fahrern, welche sich nicht an Geschwindigkeiten halten wollen, denen angeglichen wird, die sich daran halten. Im Grunde ist es ein Wettbewerbs-Ausgleich für weniger schnelle Speditionen.
Es wird für die zurückgelegte Strecke eine Mindestzeit errechnet, welche mit der tatsächlichen Zeit verglichen wird.

Simpel erklärt:
Ist jemand schneller als die errechnete Mindestzeit, so muss dieser die restliche Zeit warten, bevor ein neuer Auftrag durch unser System gestartet werden kann.
Ist jemand langsamer als die errechnete Zeit, so brauch er sich keine Gedanken über eine Wartezeit zum nächsten Auftrags-start zu machen.

2: Wie kann man diesen Cooldown berechnen?

Zunächst werden wir einige „Variablen“ benennen. Da hätten wir:

  • L_KM = Die auf dem Land zurückgelegte Strecke,
  • F_KM = Die mit der Fähre insgesamt zurückgelegte Strecke, sowie
  • CDS = Der Cooldown in Sek/KM.
    ( CDS je nach Spedition einstellbar, Mindest-Einstellungen sind 2,35 s/km für non-Real-Eco- und 2,5 s/km für Real-Eco-Speditionen )
  • minS = Die „Mindestzeit“ für die zurückgelegte Strecke, abgehend von Startzeitpunkt
  • FS = Die vom Fahrer benötigte Zeit

Basierend auf diesen Variablen werde ich nun mit 2 Beispielen für eine reine auf dem Land zurückgelegte Strecke, sowie eine mit Fähre berechnen


> Beispiel 1:
> gefahrene Strecke auf dem Land: 937Km
> eingestellter CDS der Spedition: 2,5 s/km
> vom Fahrer benötigte Zeit für die Strecke: 1824 sek ( oder 30 min, 24 sek )

Wer nun denkt, jetzt komme eine komplizierte Formel, der irrt sich.
Für eine rein auf dem Land zurückgelegte Strecke wird nun eine einfache Formel verwendet:

L_KM * CDS = minS >> 937km * 2,5 s/km = 2342,5s (39min und 2,5sek)

Wie zuvor bei Punkt 1 erläutert, werden nun die Mindestzeit mit der tatsächlichen Zeit verglichen, und basierend darauf, ob das Ergebnis ‚X‘ größer als 0 ist, bis zum Ende gewartet werden

minSFS = X >> 2342,5s – 1824s = 518,5s

Laut dieser Rechnung, war der Fahrer schneller als durch unser System berechnet und der Spedition gefordert und muss nach Auftrags-Abgabe weitere 518,5s ( ~9min ) warten bevor er wieder einen Auftrag durch unser System starten kann.
Wäre er etwas langsamer gefahren und hätte für die Strecke mindestens 39min benötigt, so hätte er direkt nach Abgabe einen neuen Auftrag starten können.


> Beispiel 2:
> gefahrene Strecke auf dem Land: 55km
> zurückgelegte Strecke per Fähre: 1255km
> eingestellter CDS der Spedition: 2,35s
> von Fahrer benötigte Zeit für die Strecke: 378s ( 6min 18s )

Nun, jetzt wird es etwas kompliziert, da eine Fähre involviert wurde.
Warum dies so ist, kann in Punkt 3 näher erfahren werden.
Hier verwenden wir nun verschiedene Formeln (sowie fragen nach), ob etwas zutrifft, um unsere Mindestzeit zu errechnen.

WENN ( L_KM ) KLEINER ALS ( F_KM )
↪ DANN minS = (( L_KM * CDS ) + ( F_KM * CDS * ( 1 – ( L_KM / F_KM ))))
↪ ANSONSTEN minS = ( L_KM * CDS )

Uff…. Ja, es ist kompliziert.
Zunächst wird gefragt, ob die auf dem Land zurückgelegte Strecke kleiner als die auf der Fähre verwendete Strecke ist. ( WENN L_KM KLEINER ALS F_KM )
Trifft dies zu wird nun basierend zu der auf dem Land zurückgelegten Strecke deren Mindestzeit nun auch noch ein anteiliger Wert der Mindestzeit von der Fahre hinzugefügt.
Sollte die Fährstrecke jedoch kleiner sein, als die auf dem Land zurückgelegte Strecke, wird die einfache Formel „Land-Strecke * Cooldown in s/km“ verwendet.
Im Beispiel ist jedoch 55km (Land-Strecke) kleiner als 1255km ( Fährstrecke ).
Daraus ergibt sich dann folgende Formel „übersetzt“:

minS =

(( 55km * 2,35s/km ) + ( 1255km * 2,35s/km * ( 1 – ( 55 km / 1255km ))))
↪ (( 129,25s) + ( 2949,25s * ( 1 – ( ~ 0,044 ))))
↪ (( 129,25s) + ( 2949,25s * ( ~0,956 )))
↪ ( 129,25s + 2820s )
↪ 2949,25s

Ja, es ist kompliziert. Nein, wir können es hier nicht vereinfachender erklären. Jedoch bedarf es einfache mathematische Kenntnisse, um sich diese Formel erleichtern zu können.
Wie aber nun aus dieser „super komplizierten“ Formel errechnet, darf die Mindestzeit der zurückgelegten Strecke nicht weniger als 2949,25s ( ~49min ) sein, was mit unserem Beispiel bedeuten würde:

minSFS = X >> 2949,25s – 378s = 2571,25s ( 42min 51,25s )

Der Fahrer hat nun eine Zeit von ca 43 min als Pause eingeräumt, in derer er keine weiteren Aufträge durch SpedV starten kann/darf.

3: Was hat es mit der Fähren-Sonderregelung auf sich?

Die Sonderregelung mit der Fähre wurde ins Leben gerufen, als uns auf einige Unstimmigkeiten mit einer gewissen Fährstrecke aufmerksam gemacht worden ist.
Demnach wurde unser altes System (welches nur die auf dem Land zurückgelegten Strecke verwendet) ausgenutzt und so konnten mehrere Millionen pro Stunde von einer einzigen Person eingefahren werden.
Da es hier eine Ausnutzung durch unser altes System stattfand, wurde in einem „Eilverfahren“ das neue Cooldown-System geschrieben und wird nun verwendet.
Die betroffenen Nutzer haben jedoch gegen keine Richtlinien direkt verstoßen, da alles gemäß der damaligen Richtlinien stattfand.
Seit der neuen Regelung wurde jedoch die erwähnte Fährstrecke nicht mehr weiter verwendet, um sich einen Vorteil zu verschaffen.

Ich hoffe, euch konnte dieser Artikel helfen und bedanke mich, dass ihr in gelesen habt.

Stand: 16.07.19 21:44 CEST